Dienstag, 17. August 2010

Neues aus der Kulturindustrie




"Da gibt es einen Konzern, der sein Geld damit verdient, an Regierungen Technologie zur Überwachung ihrer Bürger zu verkaufen. Da gibt es eine Bürgerbewegung, die sich über das Internet vernetzt, um diesen Konzern in seine Schranken zu weisen. Das Problem ist: Der Konzern existiert nicht. Und die Bürgerbewegung ist nur eine Marketing-Inszenierung. Inszeniert von einem anderen, sehr realen Konzern, der wiederum Überwachungstechnologie an totalitäre Regimes verkauft."






"Build the Perfect Panopticon, Win Fabulous Prizes!

In this context, the whistleblowing web site Wikileaks published a remarkable document October 4 by the INDECT Consortium, the Intelligence Information System Supporting Observation, Searching and Detection for Security of Citizens in Urban Environment.

Hardly a catchy acronym, but simply put INDECT is working to put a human face on the billions of emails, text messages, tweets and blog posts that transit cyberspace every day; perhaps your face.

According to Wikileaks, INDECT's "Work package 4" is designed "to comb web blogs, chat sites, news reports, and social-networking sites in order to build up automatic dossiers on individuals, organizations and their relationships." Ponder that phrase again: "automatic dossiers." "







"In Großbritanien ist die Londoner Polizei beim fälschen eines CCTV-Beweisvideos erwischt worden: CCTV and police abuse of power. Der Anwalt eines Beschuldigten hatte sich die Originalaufnahmen beschafft und festgestellt, dass diese nicht identisch waren mit denen, die beim Prozess gegen seinen Mandanten verwendet wurden."






Dienstag, 10. August 2010

Wikileaks

WikiLeaks
“
... could become as important a journalistic tool
as the Freedom of Information Act.
„

— Time Magazine

..heißt es auf www.wikileaks.org, einem investigativ-journalistischen Portal welches sich auf die Veröffentlichung von als "geheim" klassifizierten Dokumenten aller Herren Länder/Regierungen/Konzerne spezialisiert hat. Das Team, das laut Wikileaks-Gründer und Chef-Editor Julian Assange aus ca. 800 Personen besteht hat jüngst durch die Veröffentlichung von ca 75.000 "geleakten" Dokumenten des amerikanischen Verteidigungsministeriums betreffend dem Afghanistankrieg, genannt "Afghan War Diary", wieder auf sich aufmerksam gemacht.

Den Augen der Geheimdienste entgeht nichts, und so kommt es, dass Wikileaks zunehmend in Bedrängnis gerät. Nicht lustig meine ich und will anhand dieses Interviews (DemocracyNow: Julian Assange responds to increasing US Government Attacks on Wikileaks) einige mir sehr relevant erscheinende Gefahren betreffend Wikileaks aufzeigen:

1. Wikileaks ist kein Staat, dementsprechend hat Wikileaks weder rechtssouveräne Gebiete, noch kann es sich auf den Schutz einer rechtlich definierten Öffentlichkeit berufen. Wikileaks ist strengenommen, wie es der ehemalige G.W. Bush Chief-Schreiberling Marc Thiessen drohend bemerkt, vogelfrei:

"Assange is a non-U.S. citizen operating outside the territory of the United States. This means the government has a wide range of options for dealing with him. It can employ not only law enforcement but also intelligence and military assets to bring Assange to justice and put his criminal syndicate out of business. The first step is for the Justice Department to indict Assange."

Einzig die Regierung von Island scheint von Wikileaks sehr angetan zu sein und diesem einen weitreichenden rechtlichen wie territorialen Schutz zu gewährleisten.

2. Wikileaks ist eine Organisation wie viele andere und hat nur begrenzte Ressourcen und begrenzte Möglichkeiten zur Absicherung der Organisationsstruktur. Soll heißen: Wikileaks wird in Zukunft große Probleme mit Infiltrierungsversuchen, gezielter Desinformation und Verleudmung bekommen.

3. Wikileaks hat viele Feinde. Neben der US-Regierung, die ausgenommen von Barack Obama, der sich, wahrscheinlich wegen Öffentlichkeits-relevanten Beweggründen noch nicht dazu bemüßigt hat sich über Wikileaks zu äußern, eine offene Feindschaft gegenüber Wikileaks pflegt, wäre da noch die australische (entzogen Julian Assange die Staatsbürgerschaft), die Taliban und diverse Geheimdienste denen allen eines gemeinsam ist: Sie hassen Transparenz. Sogar dem österreichischen Innenministerium dürften die durch den Afghanistan-leak öffentlich gemachte Informationen bezüglich dem ehemaligen Staatsbetrieb und nun blöderweise indirekten Taliban-Lieferanten Hirtenberger Wikileaks unangenehmer geworden sein.

4. Wikileaks sichert sich ab. Aber wie sicher kann man vor einer Horde Regierungen und Geheimdiensten sein? - Diese Frage lässt sich nicht ohne weiteres beantworten. Jedenfalls ist das Team um Wikileaks mittlerweile so schlau geworden, die Geheimdienste zurückzuerpressen:
Eine ca. 1,4 GB große, verschlüsselte Datei namens "Insurance" ist öffentlich auf www.wikileaks.org downloadbar und enthält höchstwahrscheinlich die 15.000 noch zurückgehaltenden geleakten Afghanistan-Dokumenten, welche sehr viele Namen enthalten und deshalb von noch größerer Brisanz sind.

Im zuvor genannten Interview von DemocracyNow mit Julian Assange beruft sich dieser zunehmend auch auf eine Öffentlichkeit, die Wikileaks "Hauptlebensversicherung" ist: Barack Obama müsse sich immer rechtfertigen. Das betrifft auch eine eventuelle Todesstrafe für den beschuldigten Leaker der Dokumente, Private First Class Bradley Manning. Barack Obama müsste einem Todesurteil laut amerikanischer Rechtsprechung zustimmen. Das würde natürlich eine Welle der Bestürzung auslösen, und genau das ist Wikileaks Versicherung.


Ich hoffe für Wikileaks das Beste. Es sind zigtausende Blogposts wie dieser hier, Diskussionen mit Freunden, Twitterfeeds, Spenden... bzw. DU der Wikileak's wirkliche "Insurance" darstellt.

Keep on leaking!

Donnerstag, 29. Juli 2010

vom Rassismus


..und Antirassismus, Islamophobie, Kulturrelativismus und ähnlichem im Geiste befreit, unabhängig der eigenen politischen Hingergründe, der politische Blogger Michael Fischer auf seinem neuen Blog:


.. das Ganze hat insofern mit mir zu tun, als das ich in jüngster Zeit eine geradezu unheimliche Unmenge an Diskussionen, offline wie online bezüglich dieser Thematik zu führen gezwungen war, bzw. mich im Angesicht der Gefahr dieser Ideologien dazu genötigt gesehen habe, mich zum Diskussionen führen zu zwingen.

Ein Beispiel hierfür wäre das EPIC FAIL in der Namensgebung dieses jungen Indymediaartikels:


"Antiislamistische Anschläge von Neonazis in Wien" heißt es da, und ist es dennoch nicht. Kommentare von mir sind vorhanden und wurden unter enormen Zeitdruck und von einer gewissen Unlust begleitet geschrieben. Ähnlich diesem Blogeintrag und dem kritischen Kommentar auf Michi's neusten Blogeintrag.

"Feindaufklärung" bekommt hier eine ganz neue Bedeutung, erscheint es doch mir persönlich jüngst immer nötiger, diverse "Freunde" über gewisse Mechanismen der Gesellschaft aufzuklären, zu deren Analyse sie selbst scheinbar nicht fähig oder willens sind.

Fraglosigkeit war und ist immer ein Problem gewesen, allerdings sollte man sich davon NIEMALS durch voreillige Antworten erlösen. Diverse "gutmenschlich" eingestellte Menschen meines Bekanntheitskreises tendieren in ihrer Aufopferung allerdings zu philosophisch recht gräßlichen Binsenweisheiten, deren materialistische Qualität sich mit dem Wahrheitsgehalt des Satzes "Niemand hat die Absicht eine Mauer errichten zu wollen" vergleichen lässt.

Soviel dazu.

Kurz und verkürzt zusammengefasst: Herrschaft schlecht, Freiheit gut; Kulturrelativismus ist nicht herrschaftskritisch; Popper hats mit "Im Namen der Toleranz [..] dürfen wir die Intoleranz nicht tolerieren" beschrieben; zuviele Gutmenschen, so leids mir tut, verhängen leider in einer verkürzten und potentiell gefährlichen kulturrelativistischen falschen Toleranz, was dann wiederum"Freundaufklärung" bedarf.


Marg bar jomhuriye eslami! Nieder mit der islamischen Republik!


Dienstag, 22. Juni 2010

Europa der Nationen


"EU-Recht" = neoliberale, sich jeglicher moralischen Teleologie entbehrende Rechtsphilosophie, die sich im Zweifelsfall dank mit Lobbyisten besetztem EuGH scheinbar immer auf die Seite des moralisch oder materialistischen Ausbeuters stellt. Der EuGH hat entschieden: Europa ist ein chauvinstischer Hort der Ungleichheit, die geschichtlich erste und beste Manifestation von kapitalistischer Produktionsweise; ein Ort den sich Dagobert Duck ausgesucht hätte um zu sterben; wo alle Menschen gleich sind doch manche gleicher als andere. Idealistische Träumer glauben an ein Europa der Gleichheit, so auch ich; wir verteidigen die nach Fäkalien riechende Institution ihres geheuchelten internationalen, friedlichen, ja utopischen Charakters wegen, und wissen doch ganz genau: das ist nicht das Europa, das uns versprochen wurde. Das ist nicht die EU, die Nationalitäten auflöst, das ist nicht Emanzipation, das hier ist nicht institutionalisierte Aufklärung.


Während die Völker Europas zum letzten Kampf gegen die Krise überall Rechts wählen, der Nationalismus aufbegehrt, der Lissabon-Vertrag ein verwässertes Relikt einer ehemaligen von Rechten abgewerteten wirklich demokratischen Verfassung ist, alle defacto-Macht in die Hände von minsteriellen, quasi monarchisch herrschenden Räten gegeben ist, lerne ich EU-Recht und darf mir die ernüchternde Rechtsteleologie des hochgelobten EuGH reinziehen, die mich von Präzedenzfall zu Präzedenzfall nur mehr an das völlige Scheitern eines jeden "sozialistischen" Anspruchs der EU erinnert.

Nein, ich will der EU keinen Todesstoß geben; Ja ich halte es für fatal das Projekt jetzt zu versenken; Nein ich gehe in keinster Weise konform mit nationalistischen Kritikern der EU; aber es ist an der Zeit, die utopischen Ideale, die mit einer EU, wie sie sich viele libertäre, aufgeklärte Menschen wünschen einhergehen, wieder mehr in der Öffentlichkeit zu präsentieren.

¡No Pasarán! den reaktionären Feindes des Internationalismus.

Sonntag, 17. Januar 2010

"nein"

hedonismus enstand ursprünglich aus nihilismus. selbiger beruht zumindest teilweise auf einer fraglosigkeit. was wiederum eine zumindest strukturelle dummheit voraussetzt. diese wiederum könnte ja vernachtlässigt werden, sofern auch mal das bescheuerte gute leben zugunsten von erkenntnis geopfert werden würde. ernsthaft: wer nicht auf die fresse fliegt, lernt nie zu laufen.
und dass die geifernden alkoholiker und senilen altnazis nicht einfach so entstehen, sondern vorhergehende generationen darstellen, sollte jedem, der erkenntnis mithilfe von orgien, kulturindustrie und genuss sucht bewußt sein - erst dann, und zwar nur dann, darf ein hedonismus erst spass machen. alte menschen sehen junge mit einem traurig-nachdenklichen blick an, weil sie in ihnen die eigene sterblichkeit erblicken. und die vergängliche schönheit. die depression funktioniert ähnlich. sie blickt hinab auf den hedonismus, und erkennt den eigenen wahrheitsgehalt.

die welt ist kein ponyhof.

Dienstag, 1. Dezember 2009

alles.. und Weihnachten.


also meistens, wenn ich einen Blog schreiben will, dann schreibe ich ihn nicht.

Diesmal schreibe ich ihn, weil ich die letzten 5 Blogs die ich so wunderbar systematisch in meinem Kopf ausgearbeitet habe nicht geschrieben habe.. :)

Zum nicht geschriebenen Inhalt: es ging hauptsächlich um den Uniprotest, ein bisschen um Protest allgemein, ferner um Protest und kritische Theorie, kein bisschen um Tagespolitik und erst recht nicht um schweizer Minarette. Dazu gebe ich genausowenig Kommentare wie zur Sphäre des 'polis'.

Aber zu den sog. "Studierendenprotesten" hätte ich schon noch was zu sagen. und zwar geht es um #parlamentbrennt, wie ich es treffend auf Twitter gehashtagged habe.

Nein, das österreichische Parlament ist nicht besetzt, brennt auch nicht, und wir
d das so wie es den Anschein hat auch nicht so schnell, aber ich habe schon euphorisch einen WTF?!-Blick auf meinem Antliz ertappt als ich auf Twitter die Falschinformation erhielt dass das österreichische Parlament besetzt ist. Natürlich meinte der/die VerursacherInn eine Flashmob-Besetzung, also nur 100 Leute für 1-2 Stunden die sich schelmisch wie ein Hofnarr zwar kritisch, aber gänzlich ungefährlich vor dem König niederlassen.

Dabei hätte Österreich und seine (falls das überhaupt so genannt werden kann) Sphäre des 'polis' eine Besetzung der obersten legislativen Institution bitter nötig.
Warum? - ja warum.. warum.. ?! Dazu gibt es von mir wie schon gehabt keinen Kommentar.

Nur soviel: es wäre die Premiere.
Ein Grund mehr um da mal uneingeladen reinzuschneien und nicht mehr rauszugehen. Sogar unser 3. Nationalratspräsident, Kellernazi und Olympia-Schlanz-Gesi
cht Martin Graf hat sich in irgendeiner vergangenen ZIB2 im Bezug zu den Uniprotesten mit der Forderung geäußert, dass die Protestform schlecht sei und die "Studenten meinetwegen das Bildungsministerium, das Wissenschaftsministerium oder sogar das Parlament" besetzen sollen.

Wenns soweit kommen würde, wäre hoffentlich recht schnell klar wer als allererstes mit einem Tritt in den Allerwertesten hinausbefördert wird.

Die Geister die ich rief..


Zurück zur #unibrennt.
Advent, Advent die UNI brennt! - schon vor Wochen habe ich auf Twitter, nachdem ich am 2. Tag der Studierenenproteste von einem guten Freund und älteren libertären Haudegen darauf aufmerksam gemacht worden bin, dass die Uniproteste immer in den Weihnachtsferien ein jähes Ende nehmen, dementsprechend dagegen agitiert. Sprich ich habe dazu aufgerufen eine "WeihnachtsferienAG" zu Gründen und sich Programm für die Festtage einfallen zu lassen - allem voran ein Wohltätigkeits-Weihnachts-Buffet für Obdachlose und andere, die am unteren Rand der gesellschaft dahinvegetieren, und denen am 24. 25. 26. nicht so besinnlich im Familienbeisein zu Mute ist, falls diese Möglichkeit überhaupt für sie besteht. Bekanntlic
h sieht man die im Dunkeln nicht.
Was in diesem Zusammenhang auch noch erwähnenswert ist: wiedermal irgendeine ZIB, die scheinbar in die hautpsächliche Sprechzeit von FPBZÖ gefallen ist, schloss den Lagebericht über die Studierendenproteste doch tatsächlich mit "doch in 6 Wochen wird das ganze ein jähes Ende erleben, denn dann sind nähmlich Weihnachtsferien!". Genau hier sollte ein Strich durch die Rechnung gemacht werden - vorrausgesetzt es geht nicht wirklich jede/r, so wie ich etwa, nach Haus zu Mama, Papa, Geschwister und Konsorten. Ich bin weg. Soviel vorweg. Und ich werde nicht, wie ich etwa gewarnt wurde, zurückkommen und so tun als wäre nichts passiert. Ich will immerhin dass das Parlament brennt!

Also, brennt, AudimaxistInnen!
Fotos:
Brennende Christbäume: Athen 2008, Anarchisten zünden den großen, importierten Christbaum mitten in der Stadt aus Protest und Trauer um den von einem Polizisten erschossenen 15 jährigen Alexandros an.

http://www.br-online.de/bayerisches-fernsehen/rundschau/griechenland-athen-krawalle-ID1229849448609.xml?_requestid=750749

Bewaffneter Aufstand: Ein unbekannter deutscher Aktivist, der öfters solche Aktionen macht und durch die Medien geistert..

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