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Dienstag, 14. März 2023

Identity Politics in a Nutshell

Johnathan Pie hat Identity politics und die damit einhergehende Oppression Obsession bereits vor 4 Jahren in UK in diesem Video auf den Punkt gebracht:

https://www.youtube.com/watch?v=p9_bI789Gog

leider erlaubt Blogger nicht es hier direkt zu verlinken, aus irgendeinem Grund.

Ich glaube jede/r der irgendwie "links" ist sollte sich das zu Gemüte führen und darüber reflektieren, was denn eigentlich die Kämpfe sind, die von Relevanz sind.

Ist es wichtig was jemand für eine Identität hat? Ob Identitäten überall respektiert werden, und wenn nicht, ob es ein immanentes Recht darauf gibt?

Nicht zuletzt - Österreichbezug - Warum heißen die Identitären denn so, wie sie heißen?

Ich denke gerade im ganzen 'Snowflake' Activism Shitstorm und allen seinen dazugehörigen Grabenkämpfen, die sich im eigentlich eher um Gemütslagen denn um tatsächliche Diskrimierungen drehen, wirkt Identitypolitics wie cringeworthy US-TV-Serien mit evangelikalen Prüdereien auf das europäische Subjekt.

Beziehungsweise sollten sie.

Nundestotrotz - warum Shitstorms?

Man beschäftige sich nur mal mit dem JKR Shitstorm. Wieviele der notorischen Transactivist-Solidarischen haben überhaupt JKRs Text gelesen?

https://www.jkrowling.com/opinions/j-k-rowling-writes-about-her-reasons-for-speaking-out-on-sex-and-gender-issues/

.. was soll daran transphob sein?

Ich glaube viele tappen da blindlings in die Identity-Politics Falle.

Es ist ja gut gemeinter Aktivismus, wir alle wollen eine gerechte und Inklusive Gesellschaft.

Niemals aber sollte sie sich um Identitäten drehen - im Zentrum gerechter Gesellschaften steht zb der Kampf gegen Kapitalismus, ein System das sich per Definition nicht um Identitäten oder Kulturen dreht (auch wenn das manche abgedrehten Aktivisten in den USA anders sehen, geradezu rassistisch - der Kapitalismus sei 'white' etc - kenne wir das nicht schon anderswo her? :E) sondern um die ökonomische Klasse.




Samstag, 27. November 2010

gemischtes Blog #1

Bedingungsloses Grundeinkommen:

Vor gut 1,5 Jahren kam ich in den Genuss dieses (klicken um anzusehen) Films, der mir, skeptisch wie ich anfangs war, sehr überzeugend die gigantischen Vorteile eines Bedingungslosen Grundeinkommens näher brachte.


Karl, Beatrix und Karl Marx:


ehrlich: Ich habe irgendwie mehr von Beatrix Karl erwartet. SO schlimm verdorben kann sie ja doch gar nicht sein, sie ist ja erst seit kurzem bei der ÖVP, meinte mein Gedankengang. Er behielt recht: In der ÖVP ist man entweder immer in der richtigen Partei oder immer in der falschen.

Jedenfalls, lange Rede kurzer Sinn: Karl hats geschafft, sich im Niveau der FPÖ zu nähern und allfällige ökonomische Philosophen der Vergangenheit in völlig verdrehten und wirren Zusammenhängen gegen die SPÖ im speziellen und gegen Sozialdemokraten, Intellektuelle, Kommunisten und alle die halt eben nicht die finanziellen Mittel besitze, um auf dekadenten Privatuniversitäten ihr Studium zu fristen, im allgemeinen zu zitieren und damit wissentlich (dumm kann die gute Frau Dr. ja wohl nicht sein?) den genannten Philosophen im Grab zum rotieren gebracht.

Der Wortlaut der Frau Wissenschaftsministerin:

„Marx hat die Ansicht vertreten, dass das kostenlose Studieren ungerecht ist“

Unsereinem drehts da den Magen um, aber was solls?! Immerhin könnte man vielleicht eine bessere Marx-Rezession in Österreichs gesellschaftlich-politischen Bewußtsein erwarten.

ha-ha-ha.

Ich sehs schon vor mir: willfährige völkische Kroneleser, die neuerdings zu Herzblut-Marxisten mutiert sind. Prost Mahlzeit! Nationaler Sozialismus ist in Österreich nur bedingt als zynisches Humor-Thema geeignet. Das wusste schon Thomas Bernhard.

Orf.at Artikel


Wie kommt WM Dr. Beatrix Karl überhaupt auf diesen Hornochsenmist?!


Demonstratione Austriake Korporativistimus:


ein bisschen zynische Polemik muss erlaubt sein, liebe #unibrennt GenossenInnen:
Die heutige (27.11.2010) Demonstration in Wien, zu der sich eine Rekordzahl von Organisationen angemeldet haben, aber nur eine Negativrekordzahl von Demonstranten gekommen ist, setzte sich folgendermaßen zusammen (in Demonstranten gemessen):

katholische Jungschar: 5
Pfadfinder: 3
Gewerkschaft der Privatangestellten: 2
Gewerkschaft öffentlicher Dienst: 3
generelle-Freikirchen-und-reaktionäre-Gottesgläubige: 7
eigentlich-hasse-ich-das-Studentengesindel-aber-170€-familienbeihilfe..: 13
#Unibrennt: 1000-2000-3000
Bündnis-für-ein-sozialparnterschaftliches,gelbes, korporativistisches-Österreich: 19
Hitlerjugend: 3

...

ernsthaft: in einem -pardon- Scheißland wie Österreich, in dem Solidarität mit Studenten erst dann möglich wird, wenns beinhart um die ökonomische Zukunft der Jugend geht (Familienbeihilfe), sollte irgendjemand schon aufschreien, wenn jetzt plötzlich all die gelben -pardon- Scheißvereine mit ihrer sozialpartnerschaftlichen, ständestaatischen Ideologie zur falschen Solidarität mit den Studenten aufrufen. Zwecksolidaritäten sind eben nur eines: Zweckorientiert. Mein Zweck bei #unibrennt war immer mehr als nur die objektiven Interessen der Studierenden. Es geht um viel mehr, und genau dieses "viel mehr" wird ansatzweise verraten, wenn mit jedem dahergelaufenen ÖVP-nahen Alpendodelverein demonstriert wird, weils grad um 170€ geht und man gemeinsame Interessen hat; bei anderer Gelegenheit allerdings von eben diesen Alpendodelvereinen aufs Schärfste angegriffen wird. Eine solidarische Gesellschaft sieht anders aus. Das gilt genauso für jene Studenten (bzw #unibrennt Aktivisten) die sich einen Scheiß ums falsche Ganze scheren und nur "Bildungsprotest" im Sinn haben. "Es geht um euch!" ist in diesem Kontext einfach keine solidarische Parole und den Auswirkungen der Krise und der Abschaffung bzw. Überwindung des sog. "Kapitalismus" auch nicht dienlich.

Ich denke ich spreche für einen radikalen, harten Kern der #unibrennt-Bewegung, wenn ich attestiere, dass nur "Bildungsprotest" NIE das einzige Anliegen der Bewegung war. Ein Thema, welches für viel Diskussion, Spaltung, Vereinigung usw gesorgt hat.

--> http://at.indymedia.org/node/19303


Allfälliges:

..auf http://desktop4education.at gibts tatsächlich ein vom austriakischen Staat gefördertes Linux für Schulen (Desktop+Sever)

..Adornos Minima Moralia liest sich überraschend einfach, allerdings äußerst frustrierend.


...FIRESHEEP macht dem geneigten Facebook-User Angst in öffentlichen Netzwerken.

..wer zuviel Geld hat und gerne noch mehr hätte, der sollte Tapereaders Aktientipps ernstnehmen.

Mittwoch, 16. September 2009

Widersprüche im vergangenen Bildungsprotest

Die aktuellen Schülerinnenstreike in ganz Österreich, die am Freitag den 24. April einen vorläufigen Höhepunkt der Bildungsproteste erreichten nachdem laut orf.at mehr als 60.000 Schüler erfolgreich in zahlreichen Städten streikten, zeigen einige Protest-immanente Widersprüche auf. Zwar gelingt eine flächendeckende Mobilisation, und es wird eine Verbindung zur kapitalistischen Krise der Krisen geschaffen, jedoch setzt sich augescheinlich auch der Korporativismus des österreichischen Staates, im speziellen der österreichischen Parteienlandschaft, allen voran der ÖVP, durch. Um auf diese komplexen, „sozialpartnerschaftlich“ geprägten Mechanismen im Staat Österreich einzugehen, bedarf es einer genaueren Betrachtung der Ereignisse rund um die Bildungsdebatte in Österreich.

Einen Anfang nimmt hierbei die Ankündigung der amtierenden Bildungsministerin Claudia Schmied (SPÖ), im Zuge der Schulreform ein Mehr an zwei unbezahlten Unterrichtsstunden von den LehrerInnen einzufordern. Der Grund hierfür ist ein klares „nein“ des Finanzministers und Vizekanzlers Josef Pröll (ÖVP) zur Budgeerhöhung für das Bildungsministerium zur Ermöglichung der Bildungsreform. Rund 500 fehlende Millionen erzwingen die defacto Lohnkürzung der LehrerInnen. Im Zuge der Streikdrohungen und Proteste Der LehrerInnen, zu denen sich sehr schnell auch die SchülerInnen dazu solidarisierten, wurde eine regelrechte Hetze auf die Bildungsministerin veranstaltet. Speziell der ÖVP nahe Gewerkschaft des Öffentlichen Dienstes, Der ebenfalls ÖVP-nahen Schüler Union und der LehrerInnengewerkschaft kann ein parteipolitisches Taktieren vorgeworfen werden. BM Claudia Schmied bekommt die „heiße Kartoffel“ der Bildungsmisere von Finanzminister und Vizekanzler Josef Pröll zugeworfen, und wirft sie nun wie es sich für eine autoritäre Ministerin gehört weiter auf die Lehrer, welche brav in sozialpartnerschaftlicher Manier diese teilweise durch gelbe korparativen Kompromissen mit der Obrigkeit schlucken, und in Polit-Marionetten Art sich selbst zum parteipolitischen Instrument zugunsten der ÖVP und ihrer gelben Politik machen.
Mit der Solidarität der Schüler verhält es sich etwas anders, jedoch ist das gleiche Muster erkennbar, hier tut sich vorallem die ÖVP-nahe Schüler Union hervor, die einen dreisten Missbrauch der SchülerInnen zugunsten einer pseudoreformistischen Politik und Agitation in Zeiten der wohl größten Wirtschaftskrise der Menschheit betreibt.
Anders kann die Agitation der Schüler Union nicht beschrieben werden.

Gehen wir ins Detail:
Nachdem die LehrerInnen mit ihren Protesten, mit breiter Solidarität durch SJ , AKS und Schüler Union scheinbar Erfolg hatten, und die mehrheitlich gelben Gewerkschaftschefs auf einen Kompromiss, welcher die Streichung der sog. Schulautonomen Tage vorsieht, eingingen, ließen sie die SchülerInnen (wohlgemerkt nicht die Schüler Union, diese war einverstanden mit dem Kompromiss!) wiederum fallen wie eine heiße Kartoffel. Danke für die Solidarität, wir haben was wir wollen, euch schenkt sowieso nie jemensch Beachtung. So kam es, das vor den sehr gut besuchten Schülerstreik am Freitag, LehrerInnen und Direktoren den eben noch aufopferungswilligen und solidarischen SchülerInnen Drohungen im Falle eines widerrechlichen (einen rechlichen Anspruch auf einen Schülerstreik gibt es nicht) Streikt zukommen ließen.
Zynisch könnte Mensch noch anfügen:“hoch die Solidarität.“
Aber kommen wir zurück zur Schüler Union. Diese hat ja wie oben erwähnt gar nichts gegen den Kompromiss, im Gegensatz zur Aktion kritischer SchülerInn (AKS), der Sozialistischen Jugend (SJ), der Liga der Sozialistischen Revolution (LSR) und der „Revolution“. An diesem Punkt der Anamnese wäre es berechtigt die SU (Schüler Union) als Parteikaderorganisation der ÖVP zu betiteln.

Kaum machen SJ, AKS, LSR und Revolution ihre ersten Streikaufrufe, da den SchülerInnen die Ferien gekürzt werden, und weit und breit keine langersehnte Bildungsreform in Sicht ist, da kommt die SU plötzlich in eine missliche Lage. Als absolute Mehrheit im SchülerInnenparlament befindet sich diese nun in einem eigendlich offensichtlichen Zwiespalt: Das Groß an SchülerInnen will und geht demonstrieren und streiken,ist wild entschlossen die gesetzten Ziele zu erreichen, aber die SU darf und will nicht reformieren. Logischer Ausweg: heiße Kartoffel ab zurück zur Bildungsministerin(SPÖ) statt zum Finanzminister(ÖVP). Die Streikaufrufe plötzlich aus dem nichts unterstützen, und antiBildungsministerin Propaganda groß betreiben. So fand sich die Schüler Union also am Freitag als pseudorevolutionäre Organisation im Schüĺerstreik ein und machte mit „Schüler vs Schmied“ und anderen flachen polemischen Hetz-Parolen auf sich aufmerksam. Auch an Sticker die an provokanten Stellen am Körper diverser unpolitischer streikender SchülerInnen platziert waren mangelte es scheinbar nicht, und die Schülerunion konnte mit der neuen, trendy Streikcoolness bei vielen unpolitischen SchülerInnen bestens punkten. Das die SU sich dabei aber zum Handlanger eines Systems von korparativistischen, parteipolitischen und rechtskonservativen Bestrebungen macht, ist zwar offensichtlich, aber im Bewußtsein der Protestierenden wenig verbreitet. Diese faulen Kompromisse, die letztendlich nichts anderes als die Spaltung, bzw die Schwächung der sowohl begründeten als auch erfolgreichen Bildungsproteste wollen. Die Reaktionäre Agitation der ofmals garnicht freiwilligen und gegen sich selbst gerichtetn Marionetten der ÖVP namens Schüler Union, Lehrergewerkschaft und Gewerkschaft öffentlicher Dienst muss im Bewußtsein der Proteste vorhanden sein um eine aktive Agitation zur Selbstverteidigung gegen korporativistische, letztendlich „sozialpartnerische“ Bestrebungen zur Unterdrückung der Aufbegehrenden zu ermöglichen. Das Ziel ist nicht möglichst viele SchülerInnen zum streiken zu bewegen, das Ziel ist dringend notwendige Reformen durchzuführen, sich zu solidarisieren, und vielleicht auch zu revolutionieren. Nur werden all diese Ziele schon im Keim erstickt, wenn die Bewegung es nicht fertig bringt, die eigenen Widersprüche zu bereinigen und zu einer gemeinsamen in sich geschlossenen Agitation zu finden.
Deshalb plädiere ich für eine Kampf nicht nur gegen ÖVP, SPÖ, Obrigkeit und Korporativisten aller Coleur, sondern auch gegen deren Schergen. Streiks dürfen nicht mit der Schüler Union gemeinsam vollzogen werden, wenn diese die Situation nur dazu gebraucht, letztendlich reaktionäre, den Zielen des Streiks entgegengesetzten, Bewegungen zu helfen. Hier muß die Kartoffel eindeutig der ÖVP und im speziellen Josef Pröll zurückgespielt werden. Die LehrerInnen müssen sich selbst organisieren, und nicht scharenweise (laut Meldungen von orf.at bis zu 700 pro Tag) den gelben, ÖVP-nahen Gewerkschaften zurennen, nur weil die so tuen als würden sie sich ernsthaft einsetzten. Es muss verhindert werden, das diese alteingessenen, typisch österreichischen Machtstrukturen mehr und mehr die Bewegung unterwandern. Die Bewegung hat meines Erachtens Potential, sollte sie sich von diesen inneren Widersprüchen erlöst haben.

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